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Gedenkort Gunskirchen

Der Gedenkort Gunskirchen befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen KZ-Außenlagers Gunskirchen und erinnert an die mehr als 20.000 Menschen, überwiegend jüdische Häftlinge, die hier unter unmenschlichen Bedingungen interniert wurden. Viele starben an Hunger, Krankheit und Entkräftung.

Der Gedenkort macht die Geschichte des Lagers und seiner Opfer sichtbar und bewahrt die Erinnerung daran. Entlang des Gedenkwegs vermitteln Glas-Stelen die Ereignisse vor Ort. Über QR-Codes können vertiefende Inhalte wie historische Informationen, Zeitzeugenberichte, Fotos sowie Audio- und Videomaterial aufgerufen werden. Der Gedenkweg ist vor Ort und digital erlebbar.

Luftbild
Luftbild der U.S. Army vom 20.04.1945, 13:00 Uhr – © National Collection of Aerial Photography, Sortie 104W7C70143, Frame 4126. All rights reserved.
Wald in Gunskirchen
Das ehemalige Lagergelände heute
Das ehemalige Lagergelände heute
Der Wald bei Gunskirchen ist dicht bewachsen
Das ehemalige Lagergelände heute
Spuren der Vergangenheit sind kaum mehr sichtbar
„Das KZ Gunskirchen war ein Stück Hölle auf Erden – für uns, die wir dort gelitten haben, war es das schrecklichste Lager, auch verglichen mit anderen Nazi-Lagern wie Dachau, Auschwitz-Birkenau oder Mauthausen.“

Daniel Chanoch, Überlebender des KZ Gunskirchen

Der Rundgang

Auf dieser Website ergänzen vertiefende Texte mit weiterführenden Informationen, Bilder, Videos und Audios mit Zeitzeugenberichten die Inhalte jeder Station. Prominente Persönlichkeiten haben KZ-Überlebenden ihre Stimme geliehen und lesen aus deren Erinnerungen. Weiterführende Informationen sind über die QR-Codes auf den Stelen am Gedenkort oder durch die direkte Auswahl einer Station abrufbar.

Zu jeder Station steht sowohl eine kompakte Kurzfassung als auch eine ausführliche Langfassung bereit.

Wer den Gedenkort virtuell entdecken möchte, kann direkt in den digitalen Rundgang einsteigen und die Geschichte dieses Ortes online erkunden.

Die fünf Stationen als Audioguide hören – vor Ort oder zu Hause.

Tausende Menschen wurden in den letzten Kriegswochen in sogenannten Todesmärschen durch Österreich getrieben. Die KZ-Häftlinge, die im April 1945 im KZ-Außenlager Gunskirchen ankamen, hatten bereits unermessliche Strapazen hinter sich.

Ab April 1945 wurden im KZ-Außenlager Gunskirchen mehr als 20.000 fast ausschließlich jüdische Menschen interniert. Das Konzentrationslager war nicht fertiggestellt und maßlos überfüllt, sanitäre Anlagen fehlten weitgehend. Die Zustände waren katastrophal.

Unmenschliche Zustände bestimmten den Alltag im KZ-Außenlager Gunskirchen. Pro Tag starben an die 250 Menschen. Das Lager war kein Arbeits- oder Vernichtungslager im klassischen Sinn, sondern schlichtweg ein „Ort des Sterbens“.

Als die Soldaten der 71. Infanterie-Division der 3. US-Armee am 4. Mai 1945 das KZ-Außenlager Gunskirchen erreichten, fanden sie ein kaum fassbares Bild vor, das viele von ihnen ihr ganzes Leben nicht mehr vergessen konnten.

Nach der Befreiung wurden die Spuren des KZ-Außenlagers Gunskirchen mit der Zeit immer weniger sichtbar. Den Überlebenden war es aber bereits seit 1945 ein Anliegen, die Erinnerung an die Tausenden Ermordeten zu bewahren.

Handschrift von Paul Spielmann: „Ich erinnere mich, dass Ihr niemals vergessen sollt. Niemals wieder.“

Über den Gedenkort Gunskirchen

Der Gedenkort Gunskirchen lädt dazu ein, sich mit der Geschichte des ehemaligen KZ-Außenlagers auseinanderzusetzen, den Spuren der Vergangenheit zu folgen und die Erinnerung an die Opfer lebendig zu halten.

Damit dieser Ort des Erinnerns und Lernens auch in Zukunft erhalten, gepflegt und weiterentwickelt werden kann, ist Unterstützung notwendig. Spenden tragen dazu bei, den Gedenkort Gunskirchen langfristig zu sichern und die Bildungs-, Erinnerungs- und Vermittlungsarbeit des Mauthausen Komitees Österreich zu ermöglichen.

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Buchen und Infos

Der Gedenkort kann auch im Rahmen des Vermittlungsangebots des Mauthausen Komitees Österreich besucht werden. Informationen zu geführten Begleitungen und deren Vor- und Nachbereitung sowie Buchungsmöglichkeiten sind auf der Website der Mauthausen Guides zu finden.

Rendering der Gedenk-Stele Wald am ehemaligen Lagergelände in Gunskirchen

Über das Mauthausen Komitee

Das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) ist die direkte Nachfolgeorganisation der Österreichischen Lagergemeinschaft Mauthausen (ÖLM), gegründet von den Überlebenden des KZ Mauthausen und seiner Außenlager. Es wurde von zentralen gesellschaftlichen Institutionen wie dem Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB), der Römisch-Katholischen Kirche und der Israelitischen Kultusgemeinde ins Leben gerufen. Im Jahr 2000 hat das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) das Vermächtnis der Überlebenden des Konzentrationslagers Mauthausen und seiner Außenlager übernommen – und sich verpflichtet, das Vermächtnis der ehemaligen KZ-Häftlinge zu bewahren und weiterzutragen.

Auf Basis des Vermächtnisses hat es sich das MKÖ zur Aufgabe gemacht, das Gedenken an die Opfer der Verbrechen des NS-Regimes, insbesondere an jene, die im KZ Mauthausen und in den Außenlagern gefangen gehalten wurden, sowie die historische Wissensvermittlung und Sensibilisierungs- und Präventionsarbeit vor allem mit jungen Menschen als Kernpunkt seiner Projekte und Aktivitäten zu sehen.

Der Verein ist überparteilich und überkonfessionell. Das MKÖ tritt für eine freie und demokratische Gesellschaft und für die Wahrung der Menschenrechte aller ein, unabhängig von Staatsangehörigkeit, politischer Gesinnung und Religion, und arbeitet entschieden gegen alle Arten von Faschismus, Rassismus, Extremismus, Chauvinismus und Antisemitismus.

Zwei handschriftliche Blätter in hebräischer Schrift

Daniel Chanoch, Überlebender des KZ-Außenlagers Gunskirchen
Übersetzung im Archiv